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Sophia – eine besondere Hündin bei besonderen Kindern 28.11.2019
KiNiKi unterstützt Therapiehund

Ruhig und behutsam schnüffelt die kleine Sophia an dem Kind, das ihr gegenüber im Arm einer Therapeutin liegt und nimmt vorsichtig Kontakt mit dem Mädchen auf. Nach einem Unfall liegt es mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma im Wachkoma und gehört zu den Patienten, die im Behandlungszentrum Vogtareuth an der Therapie mit speziell dafür ausgebildeten Hunden teilnehmen darf. Während der Sitzungen geht es darum, evtl. erste Regungen oder Bewegungen auszulösen. Im weiteren Verlauf wird versucht, bei den kleinen Patienten auch gezielte Bewegungen wie das Greifen nach den Hunden oder ihr Beobachten zu fördern. Die Therapie findet ein Mal wöchentlich statt, insgesamt 14 Hunde unterschiedlicher Rassen und Mischungen sind im Einsatz und wechseln sich bei den Besuchsdiensten ab.

Das Besondere an Sophia ist, dass sie selbst ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, nachdem sie in Rumänien achtlos aus einem fahrenden Auto geworfen wurde und mit insgesamt 11 Knochenbrüchen im Straßengraben landete. Bewohner des Dorfes, die das schockiert gesehen hatten, riefen Tierschützer der nächstgelegenen Stadt an, die Sophia abholten und in eine Tierklinik brachten. Dort wurde sie zwar mehrfach operiert, aber aufgrund des schlechten tiermedizinischen Standards in Rumänien leider nicht fachgerecht, so dass sich die Wunden entzündeten und Sophia`s Leben am seidenen Faden hing. Ein Aufruf im Internet, der von Clarissa v. Reinhardt, der Ersten Vorsitzenden des Tierschutzvereins „Häuser der Hoffnung e.V.“ gelesen wurde, sorgte dafür, dass Sophia in das Bernauer TierHeim gebracht und in der Tierklinik Teisendorf mehrfach operiert wurde. Die kleine Hündin ertrug tapfer alle Behandlungen und die aufwändige Physiotherapie, die anschließend durchgeführt werden mußte, denn nach dem Unfall hatte sie Gleichgewichtsstörungen, Probleme mit der Koordination des Bewegungsapparates, Augenflimmern und offensichtliche Gedächtnisprobleme. Sie kämpfte ums Gesundwerden und tatsächlich grenzten ihre Fortschritte an ein Wunder. Sie läuft wieder ohne nennenswerte Probleme, lediglich ein leichtes Hinken ist ihr geblieben. Sie wird zwar lebenslänglich Physiotherapie und eine leichte Schmerzmedikation aufgrund des unrunden Gangbildes brauchen, aber ansonsten ist sie gesund und flitzt vergnügt durch`s Leben.

Sophia wurde von Clarissa v. Reinhardt und ihrem Mann, Lothar Mehnert, adoptiert und lebt seitdem mit sechs weiteren Hunden und zwei Katzen in einem Haushalt. Schließlich fiel ihr überaus fürsorgliches Wesen gegenüber allen auf, die irgendein Problem hatten, sei es bei der behinderten Tochter eines Freundes, beim verletzten Nachbarn oder eigenen Familienmitgliedern, die gerade eine Erkältung oder andere Krankheit hatten. Sophia war immer sofort zur Stelle und kümmerte sich rührend, indem sie Kontaktliegen oder Pflegeverhalten zeigte. So entstand die Idee, sie im Projekt des Behandlungszentrums Vogtareuth einzusetzen, deren verantwortliche Ausbilderin der Hunde Clarissa v. Reinhardt von Anfang an ist. Und tatsächlich zeigte Sophia auch hier ein ganz besonderes Einfühlungsvermögen für die kleinen Patienten. Beobachtet man sie bei der Arbeit, hat man oft das Gefühl als wisse sie genau, dass die Kinder etwas Ähnliches durchmachen wie einst sie selbst. Und wenn sie auf Sophia mit einem Lächeln oder einer gezielten Handbewegung in ihre Richtung reagieren, scheint sie richtig zufrieden und glücklich zu sein.

Auch ein weiterer Hund aus dem Bernauer TierHeim arbeitet in dem Projekt mit und auch sonst hat sich der Verein nicht nur die Rettung der Tiere zum Ziel gesetzt, sondern auch, Mensch und Tier zusammenzubringen, gegenseitiges Verstehen und gegenseitigen Respekt zu fördern – insbesondere bei Kindern. So kommen zum Beispiel jährlich mehrfach Schul- und Kindergartenklasen zu Besuch, um die Hunde und den Umgang mit ihnen kennenzulernen. Und es wurden auch schon mehrfach Hunde aus diesem besonderen TierHeim als Behindertenbegleithunde für Kinder ausgebildet.

Clarissa v. Reinhardt legt dabei besonderen Wert darauf, dass die Hunde nicht instrumentalisiert werden, sondern wirklich gern mitarbeiten und Spaß an ihrer Aufgabe haben. So wie die kleine Sophia, die sicher noch viele Kinder in Vogtareuth besuchen wird.

 

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